Samstag, 23. März 2013

Osterei bemalen - Wachsbatik

Osterei, Wachsbatik
Vor sehr vielen Jahren habe ich schon einmal ausgeblasene Eier im Stil von Ukrainischen Ostereiern mit der Wachsbatik - Technik bemalt. Leider sind fast alle dieser Eier inzwischen zerbrochen, und so gibt es heuer Nachschub. Die Feinheiten hatte ich natürlich schon längst vergessen, und sicher die gleichen Fehler gemacht wie damals:
* Die Eier vorher sehr genau prüfen - 3 Eier sind beim abschließenden Ausblasen geplatzt, weil sie feine Haarrisse hatten. Das ist sehr enttäuschend nach all der Arbeit!
* Die Eierfarben für das kalte Färben deutlich intensiver anrühren, d.h. weniger Wasser nehmen.
* Rund um die Stelle, wo später das Loch zum ausblasen/aufhängen sein soll, nach Abschluss des Färbens Wachs auftragen - die kalte Farbe hält nicht so gut, und wird vom Eiweiß angelöst, wenn sie nicht geschützt ist.



Hier die Schritte kurz zusammengefasst:

Osterei - Werkzeug Wachsbatik




1. Werkzeug - die Profis verwenden spezielle Wachs-Kännchen, ich habe genommen, was ich daheim hatte (Schreibfeder, Stecknadel in ein Hölzchen gesteckt, Teelicht)







Wachsauftrag

2. Mit der Feder Wachs aus dem Teelicht aufnehmen, in der Flamme noch erhitzen, und Muster auftragen - alles was weiß bleiben soll, wird mit Wachs bedeckt. Wenn das Wachs zu kalt ist, entstehen keine Linien; wenn es zu heiß wird, fließt zuviel davon und macht einen Klecks. Das Ei am besten mit einem Papiertaschentuch festhalten, damit kein Hautfett darauf gelangt, dort würde die Farbe nicht mehr gut greifen.


Nach der Gelbfärbung


3. Das Ei in die hellste Farbe (hier gelb) tauchen, und so lange drinnen lassen, bis die Wunschfärbung erreicht ist, dabei öfter vorsichtig wenden. Dann herausnehmen, mit Küchentuch abtupfen, etwas trocknen lassen. Dann alles, was gelb bleiben soll, mit Wachs abdecken.



Gelbe Stellen wurden reserviert


4. Der Reihe nach in immer dunklere Farben tauchen, davor jeweils abdecken, was geschützt werden soll. Man kann auch eine Stecknadel ins Wachs tauchen und Punkte "malen". Macht man Striche damit, haben diese am Beginn einen Punkt, das gibt hübsche Strahlen.





Das Wachs wird angeschmolzen



5. Ist das Muster komplett (Wachsfleck oben als Schutz nicht vergessen!), kann das Ei ausgeblasen werden. Ich verwende einen kleinen Blasebalg, damit brauche ich nur das kleines Loch oben.


6. Dann wird es spannend: Wachs mit der Kerzenflamme anschmelzen und mit einem Tuch abwischen Nicht zu nahe an die Flamme gehen, sonst kann die Stelle rußig werden!







7. Fertig! Meine Ergebnisse sind natürlich nicht vergleichbar mit richtigen Ukrainischen Ostereiern, diese haben höchst aufwändige, exakte, traditionelle Muster, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht, und die viele Arbeit lohnt sich.

PS: Den Osterstrauß gipps dann am Ostersonntag!




Kommentare:

  1. wie in meiner Kindheit.. sorbische Ostereier.. die machen wie heute noch, genauso, mit Wachs und Federkiele.. und von hell nach dunkel färben und ganz zum Schluß mit einer Speckschwarte abreiben..

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    1. Die Technik mit dem Kiel habe ich probiert, aber der Stiel war viel zu weich. Scheint's braucht es Gänsefedern dafür, für das nächste Jahr mache ich eine Anleihe bei Frau Kalle!

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    2. PS: Gipps irgendwo Fotos von Ihren Ostereiern? *garnichtneugierigist*

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  2. genau Federkiele und ich nehme Bienenwachs, das ist schön weich beim verarbeiten-----gern kannst Du Federn haben----übrigens finde ich sie wunderschön----

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  3. Tolle Beschreibung zur Wachsbatik !!!
    Da aber sehr aufwendig mit hohem Risiko, bleibe ich beim Motivaufbringen und Färben im Wurzel-/Gemüsesud ;-))) *♥michschonaufDeinenOsterstraussfreue*

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  4. Wow! Ganz schön kompliziert und friemelig aber... Dazu braucht es viel Geduld und Geschick! Danke für die Anleitung, Ulla!

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  5. Vielen lieben Dank für die Anleitung und die Fotos, jetzt habe auch ich kapiert, was es mit der Wachsmalerei auf sich hat.
    Ich freue mich sehr auf Deinen Osterstrauß und wünsche Dir noch viel Freude und gutes Gelingen für weiter Eier, die da evtl. noch folgen!♥

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